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Anacapri und der Sessellift auf den Monte Solaro — der beste Teil Capris, den die meisten Touristen verpassen

Anacapri und der Sessellift auf den Monte Solaro — der beste Teil Capris, den die meisten Touristen verpassen

Capri: Monte Solaro Tour with Chairlift & Food Tasting

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Lohnt sich der Monte-Solaro-Sessellift in Anacapri?

Ja — er ist eines der preiswertesten Erlebnisse auf der Insel. Der einsitzige Freisitz-Sessellift braucht 13 Minuten bis zum Gipfel auf 589 Metern, mit Blick auf den gesamten Golf von Neapel, die Amalfiküste und an klaren Tagen bis nach Kalabrien. Er kostet 14 € hin und zurück und ist weit weniger überfüllt als der Blaue-Grotte-Rundgang.

Lohnt sich der Monte-Solaro-Sessellift? Absolut. Für 14 € hin und zurück erlebt man den besten Panoramablick im Golf von Neapel — den gesamten Bogen vom Vesuv bis zur Amalfiküste — über einen 13-minütigen offenen Einsitz-Sessellift, der seit 1945 in Betrieb ist. Er ist weit weniger überfüllt und weit einprägsamer als das Anstehen für die Blaue Grotte.

Warum die meisten Tagestouristen den besten Teil Capris verpassen

Das übliche Tagestouristen-Programm auf Capri sieht so aus: Fähre → Standseilbahn → Piazzetta → Via Krupp → Versuch, die Blaue Grotte zu besuchen → Mittagessen → Fähre zurück. Diese Route ist nicht schlecht, ignoriert aber Anacapri völlig — den zweiten Ort auf der Insel, der sowohl günstiger als auch, was die Aussicht betrifft, eindrucksvoller ist.

Anacapri liegt auf einer höheren Anhöhe als Capri-Stadt, verbunden durch dieselbe schmale Bergstraße, auf der Busfahrer Generation für Generation außergewöhnliches Geschick beim Wenden unter Beweis stellen. Der Ort hat einen ganz anderen Charakter: kleiner, weniger glamourös, bodenständiger. Weniger Designerläden, mehr echte Einheimische, und Restaurants, wo eine Pasta 12 € statt 22 € kostet.

Oberhalb von Anacapri klettert der Monte-Solaro-Sessellift in 13 Minuten auf 589 Meter — den höchsten Punkt der Insel — und gleitet dabei über Macchia-Gestrüpp, Olivenhaine und zunehmend dramatische Klippenszenerien. Die Aussicht vom Gipfel ist die Art, die Menschen erst eine Weile still stehen lässt, bevor sie zum Handy greifen.

Der Monte-Solaro-Sessellift: was man wissen sollte

Die Seggiovia (offener Einsitz-Sessellift) ist seit 1945 in Betrieb und eines der wenigen erhaltenen Exemplare dieses Ski-Lift-Typs in Italien. Jeder Sitz ist ein einfacher offener Stuhl; man sitzt vorwärts gewandt, die Stange senkt sich über den Schoß, und los geht’s. Es gibt keine Kabine, keinen Schutz vor Wind oder Regen. Es ist altmodisch und ausgezeichnet.

Ticketpreise (2026): 14 € hin und zurück, 9 € einfache Fahrt. Die Rückfahrt lohnt sich fast immer, es sei denn, man ist ein sehr zuversichtlicher Wanderer (ein Fußweg hinunter existiert, ist aber steil und dauert etwa 40 Minuten).

Fahrtzeit: ungefähr 13 Minuten hinauf, 13 Minuten hinunter.

Betriebszeiten: Im Sommer in der Regel von 9:30 Uhr bis Sonnenuntergang, mit der letzten Auffahrt etwa 45–60 Minuten vor Schließung. Im Winter (November–März) sind die Zeiten reduziert. An der Kasse nachfragen — die Zeiten ändern sich mit den Jahreszeiten und gelegentlich gibt es Wartungsschließungen.

Lage: Piazza Vittoria, Anacapri — der Hauptplatz, nicht zu übersehen.

Mindestalter/-größe: Kinder müssen alleine sitzen oder bei sehr kleinen Kindern auf dem Schoß eines Erwachsenen. Es gibt keine absolute Mindestgröße, aber Kinder, die 13 Minuten nicht stillsitzen können, sollten nicht mitfahren. An der Kasse nach den aktuellen Regeln fragen.

Was man mitnehmen kann: Kleine Taschen sind in Ordnung. Große Rucksäcke, Kinderwagen und Fahrräder sind nicht erlaubt. Am Ausgangspunkt gibt es sichere Aufbewahrung.

Am Gipfel

Das Gipfelplateau hat ein kleines Café (Kaffee ca. 2 €, ein Glas lokalen Weißwein ca. 5 €) und eine Kirche, die Santa Maria a Cetrella gewidmet ist, ein Klausnerkloster aus dem 14. Jahrhundert, das in den Klippenrand eingebettet ist und eine außergewöhnliche Aussicht auf die Südseite der Insel mit den Faraglioni bietet.

Der Hauptaussichtspunkt blickt nach Norden und Nordwesten: An einem klaren Tag reicht der Blick vom Vesuv (mit seinem charakteristischen flachen Gipfel und an aktiven Tagen sichtbarer Rauchfahne) über den gesamten Golf von Neapel, vorbei an Ischia und Procida, bis zu den Phlegräischen Feldern. Im Osten erstreckt sich die Halbinsel Sorrent in Richtung Amalfiküste. Direkt darunter erheben sich die Faraglioni-Felsen aus dem Wasser wie auf einer Postkarte.

Im Frühling und Sommer duftet das Gipfelgestrüpp nach wildem Rosmarin und Salbei. Greifvögel (meist Turmfalken) kreisen in den Thermikströmungen an der Klippenkante. Die Höhenlage sorgt für eine konstante Brise, selbst an heißen Augusttagen, wenn Capri-Stadt schwül ist.

Plane 20–30 Minuten am Gipfel ein, bevor du wieder herunterkommst.

Anacapri-Ortschaft: was zu tun ist und wo man isst

Die Sesseliftstation liegt auf der Piazza Vittoria. Innerhalb von 10 Minuten zu Fuß kann man erreichen:

Villa San Michele — das Landhaus des schwedischen Arztes und Schriftstellers Axel Munthe, das er im späten 19. Jahrhundert erbaute und dabei Fragmente einer römischen Villa einbezog. Munthe schrieb eine erfolgreiche Memoiren darüber (“Das Buch von San Michele”, 1929), die Capri international berühmt machten. Die Garterrassen schauen direkt auf die Nordseite der Insel Richtung Neapel. Eintritt ca. 9 €. Einplanen: 45–60 Minuten.

Kirche San Michele Arcangelo — eine Kirche aus dem 18. Jahrhundert im alten Dorfzentrum mit einem bemerkenswerten Fliesenboden, der die Vertreibung von Adam und Eva aus dem Paradies darstellt, gefertigt aus über 2.500 bemalten Majolika-Fliesen. Eintritt ca. 2 €. Zehn Minuten drinnen.

Das alte Dorf — weg von der Piazza Vittoria in Richtung Via Orlandi (die Haupteinkaufsstraße, weniger aufgemacht als alles in Capri-Stadt) und in die kleineren Gassen dahinter. Die Bar Tiberio am Hauptplatz bietet exzellentes Granita im Sommer; die Bar Il Solitario hinter der Kirche ist ein Lieblingsort der Einheimischen.

Mittagessen in Anacapri — der Preisunterschied ist real. La Rondinella an der Via Orlandi ist ein alteingesessenes Lokal, wo ein Nudelgang 12–16 € kostet und ein vollständiges Mittagessen mit Wein 25–30 € läuft. In Capri-Stadt kostet dasselbe Mittagessen 35–50 €. Es gibt ein halbes Dutzend Äquivalente; alles mit Fotos auf der Speisekarte in der Nähe der Piazza Vittoria meiden und eine Straße ins Landesinnere gehen.

Geführte Touren, die Anacapri einschließen

Wer Anacapri und den Sessellift als Teil einer geführten Tagestour von Neapel aus besuchen möchte, hat mehrere Optionen:

Geführter Tagesausflug nach Capri und Anacapri ab Neapel

Für ein kombiniertes Erlebnis Blaue Grotte und Anacapri ab Sorrent:

Capri Blaue Grotte und Anacapri ganztägig ab Sorrent

Eine kleinere Option, die speziell auf den Sessellift und eine lokale Verkostung ausgerichtet ist:

Monte-Solaro-Sessellift mit lokaler Speiseverkostung

So kommt man nach Anacapri: Möglichkeiten ab der Fähre

Alle Fähren kommen an der Marina Grande an. Von dort nach Anacapri:

Mit dem Bus — die praktischste Option. Bus A fährt vom Uferbereich der Marina Grande ab (Busbahnhof beschildert) und fährt direkt nach Anacapri. Fahrtzeit: 20–25 Minuten, 2,20 € pro Fahrt. Busse fahren in der Saison alle 15–20 Minuten. Sie füllen sich schnell — wenn bei der Ankunft eine Schlange ist, kommt der nächste Bus meist innerhalb von 20 Minuten.

Über Capri-Stadt — mit der Standseilbahn hinauf zur Capri Piazzetta (2 €), dann Bus B vom Busbahnhof an der Piazzetta nach Anacapri (2,20 €). Das dauert 15–20 Minuten länger, ermöglicht aber, die Piazzetta zu sehen, bevor man nach oben fährt.

Mit dem Taxi — Cabriolet-Taxis an der Marina Grande fahren direkt nach Anacapri zu einem Festpreis von ca. 25–30 €. Legitim und praktisch für eine kleine Gruppe; teuer für eine Einzelperson.

So kombiniert man Anacapri mit dem Rest eines Capri-Tages

Eine praktische Reihenfolge für einen Tag, der sowohl Anacapri als auch Capri-Stadt umfasst:

Empfohlene Reihenfolge (Abfahrt Neapel 7:30 Uhr):

  1. Fähre kommt in der Marina Grande an ~8:30 Uhr
  2. Direkter Bus nach Anacapri — Ankunft ~9:00 Uhr
  3. Zur Piazza Vittoria laufen, Sessellift öffnet ~9:30 Uhr — Gipfelbesuch 9:30–10:30 Uhr
  4. Villa San Michele: 10:30–11:30 Uhr
  5. Mittagessen in Anacapri: 12:00–13:30 Uhr
  6. Bus zurück nach Capri-Stadt (~14:00 Uhr) — die Piazzetta ist zu dieser Stunde voll, aber Via Krupp oder Arco Naturale besichtigen
  7. Optional: Bootsrundfahrt um die Insel ab Marina Grande 16:00–17:30 Uhr
  8. Rückfähre nach Neapel

Diese Reihenfolge bringt einen nach Anacapri, wenn es am ruhigsten ist, und erledigt den Sessellift vor der Mittagshitze. Sie bedeutet auch, dass man in Capri-Stadt am Nachmittag ist, wenn es sich paradoxerweise lohnt, die Piazzetta am geselligsten zu erleben — eher voller Menschenbeobachtung als ruhig, aber an sich ein Erlebnis.

Ehrliche Erwartungen an den Sessellift

Einige Dinge, die man wissen sollte, bevor man geht:

Der Lift ist wetterabhängig — bei starkem Wind schließt er. In Capris Sommerhitze ist das selten ein Problem, aber Frühling und Herbst können Schließungen mit sich bringen. An der Kasse nachfragen, wenn die Bedingungen windig erscheinen.

Das Einsitz-Design bedeutet, dass man allein fährt, was manche (besonders höhenängstliche) Menschen unerwartet intensiv finden. Der Lift passiert einen Klippenabschnitt, wo der Absturz beträchtlich ist. Die Sitze sind robust und die Strecke hat eine ausgezeichnete Sicherheitsbilanz, aber es ist gut zu wissen, dass man zur Beruhigung nicht die Hand einer anderen Person halten kann.

Fotografieren vom Sessel ist möglich und lohnend. Ein Mobiltelefon, das sicher und an einem Handgelenksband gehalten wird, ist ideal. Über steilen Abschnitten stets beide Hände an der Sicherheitsstange halten.

Am Gipfel gibt es ein kleines Café, aber kein Restaurant und keine Toiletten außer einer einfachen Anlage. Wasser mitbringen. Der Gipfel ist spürbar kühler als der Ort — im Frühling und Herbst eine leichte Schicht mitbringen.

Anacapri vs. Capri-Stadt: Was ist besser?

Keine ist eindeutig besser — sie dienen unterschiedlichen Zwecken. Capri-Stadt ist das Zentrum, mit der Standseilbahn, den Designerstraßen, der Piazzetta-Atmosphäre und dem Zugang zu den Wegen auf der Südseite und der Via Krupp. Anacapri bietet die Höhe, das Panorama, das günstigere Mittagessen und das echte Stadtgefühl. Ein guter Capri-Tag umfasst beides.

Wenn man sich für eine entscheiden muss (vielleicht verbringt man nur 3–4 Stunden auf der Insel), sollte man nach den eigenen Prioritäten wählen:

  • Beste Aussicht: Anacapri (Monte Solaro)
  • Geselligste Atmosphäre: Capri-Stadt (Piazzetta)
  • Beste Spaziergänge: weitgehend gleichwertig (Arco Naturale von Capri-Stadt, Villa San Michele von Anacapri)
  • Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis beim Essen: Anacapri eindeutig

Für einen vollständigen Vergleich der Insel mit anderen im Golf, siehe capri-vs-ischia-vs-procida.

Häufig gestellte Fragen zu Anacapri und dem Monte-Solaro-Sessellift

Wie überfüllt ist der Monte-Solaro-Sessellift im Juli und August?

Weniger überfüllt als der Blaue-Grotte-Rundgang, aber es wird trotzdem voll. Die Schlange an der Piazza Vittoria in der Hochsaison kann zu Stoßzeiten (10:00–13:00 Uhr) 20–30 Minuten betragen. Frühzeitig gehen (Sessellift öffnet ca. 9:30 Uhr) oder später am Nachmittag (2 Stunden vor Schließung) ist spürbar ruhiger.

Kann ich statt des Sessellifts vom Monte Solaro zu Fuß hinuntersteigen?

Ja. Ein markierter Fußweg führt vom Gipfel nach Anacapri hinunter und dauert etwa 40–50 Minuten. Der Weg ist abschnittsweise felsig und steil; richtiges Schuhwerk ist erforderlich. Nach Regen (rutschig) oder in Flip-Flops ist er nicht geeignet. Manche Besucher kombinieren: Sessellift hinauf, zu Fuß hinunter. Andere gehen zu Fuß hoch (von Anacapri ca. 40 Minuten) und nehmen den Sessellift hinunter — das ist die ruhigere Option und empfohlen für weniger zuversichtliche Wanderer.

Gibt es am Gipfel außer der Aussicht noch etwas?

Das kleine Café, die Kirche Santa Maria a Cetrella und ein Orientierungspanel mit dem Panorama. Die Überreste einer römischen Beobachtungsstation sind ebenfalls teilweise sichtbar. Es ist kein Museum oder Besucherzentrum — es ist ein Gipfel mit einem Café und einer Aussicht. Dafür ist man dort.

Muss man den Sessellift im Voraus buchen?

Keine Vorabbuchung nötig — man zahlt an der Talstation. In der Hochsommerzeit gibt es nur die kurze Wartezeit am Ticketfenster. Die Kapazität des Lifts bedeutet, dass es selten zu erheblichen Rückstaus kommt, da die Sitze kontinuierlich fahren.

Was ist das beste Souvenir aus Anacapri?

Lokal produzierter Limoncello von kleinen Produzenten ist tatsächlich anders als die Massenartikelflaschen, die in Capri-Stadt und Sorrent verkauft werden. Mehrere Läden in Anacapri verkaufen direkt von Familienproduzenten. Die Preise liegen typischerweise bei 10–15 € für 500 ml gegenüber 18–25 € für qualitativ gleichwertige Produkte in Touristenläden auf dem Hauptrundgang Capris. Auch die Keramikfliesenarbeit in Anacapri (kleine Teller, Fliesen, Dekorationsstücke) ist bemerkenswert, gefertigt von lokalen Handwerkern in einer Tradition, die auf die Majolika-Böden der Kirchen zurückgeht.

Die Geschichte von Anacapri

Der Name Anacapri verbindet das griechische ana (oben) mit Capri und spiegelt seine Lage oberhalb der Hauptstadt wider. Die Siedlung war von Unter-Capri praktisch abgeschnitten, bis 1874 endlich eine ordentliche Straße rund um die Westseite der Insel gebaut wurde. Davor war die einzige Verbindung eine steile Steintreppe — die Scala Fenicia (Phönizische Treppe) — die direkt in die Felsenwand gehauen ist und die man noch heute von der Marina Grande aus als Alternative zur Standseilbahn erklimmen kann.

Diese Isolierung verlieh Anacapri einen besonderen Charakter. Während Capri-Stadt im 19. Jahrhundert rund um Handel und Tourismus gewachsen ist (als die Bucht von Neapel bei wohlhabenden Nordeuropäern in Mode kam), blieb Anacapri landwirtschaftlicher, abgelegener und neapolitanischer in seinem Charakter. Der Ort hat diese Qualität noch immer — weniger Luxusläden, mehr lokale Bars und ein Lebenstempo, das von den Tausenden von Besuchern, die jedes Jahr hindurchziehen, nur geringfügig beeinflusst zu sein scheint.

Der Monte-Solaro-Sessellift wurde 1945 gebaut, kurz nach dem Zweiten Weltkrieg, als Capri seine touristische Infrastruktur wiederaufbaute. Das Design spiegelt die Einsitz-Skilifte-Technologie der Ära wider — funktional, offen und mit einer unverstellten Aussicht, die eine moderne geschlossene Gondel nicht böte. Die Originalmaschinen sind größtenteils noch in Betrieb, gewartet und modernisiert, aber im Wesentlichen dasselbe Mechanismus, das Besucher seit 80 Jahren den Berg hinaufbefördert.

Villa San Michele im Detail

Für Besucher, die mehr als 2 Stunden in Anacapri verbringen können, verdient die Villa San Michele besondere Aufmerksamkeit.

Axel Munthe (1857–1949) war ein schwedischer Arzt, der 1887 nach Capri kam, sich in den Standort einer verfallenen mittelalterlichen Kapelle und der Fundamente einer römischen Villa am nördlichen Rand von Anacapri verliebte und jahrzehntelang damit verbrachte, die Villa San Michele darauf zu errichten. Die Villa war teils Bau, teils Rekonstruktion — römische Fragmente (Säulen, Kapitelle, Statuen) in die Architektur einbezogen neben Stücken, die Munthe anderswo in Italien gesammelt hatte.

Das Ergebnis ist ungewöhnlich: ein Haus, das sich sowohl antik als auch erfunden anfühlt, wo eine Sphinx aus dem 2. Jahrhundert auf einer Pergola über dem Golf von Neapel in Richtung Neapel blickt und wo ägyptische Fragmente neben römischen Mosaiken und Munthes eigener eklektischer Sammlung europäischer Kunst und Antiquitäten stehen.

Munthe veröffentlichte “Das Buch von San Michele” im Jahr 1929. Die Memoiren wurden ein internationaler Bestseller, in 45 Sprachen übersetzt und millionenfach verkauft. Sie machten sowohl Munthe als auch Capri weltweit berühmt, auf eine Weise, die Vorkriegsmedien selten erreichten. Die Villa ist seit Munthes Tod 1949 ein von einer Stiftung verwaltetes Museum.

Praktische Hinweise: Eintritt ca. 9 €, ermäßigt 7 € für Studierende. Täglich ab 9 Uhr geöffnet (Schließzeit variiert je nach Saison). Die Gartenwege sind leicht uneben — bequeme Schuhe tragen. Die Sphinx-Terrasse ist der meistfotografierte Teil und kann kurzzeitig überfüllt sein; ein frühmorgendlicher oder später nachmittäglicher Besuch reduziert die Wartezeit für ein klares Foto.

Essen und Trinken in Anacapri

Abgesehen vom allgemeinen Preisvorteil gegenüber Capri-Stadt ein paar konkrete Empfehlungen:

Il Cucciolo — an der Via Tommaso de Tommaso oberhalb des Ortes, mit einer Terrasse mit Blick auf die südliche Capri-Küste zu den Faraglioni. Etwas Aufwand zum Hingelangen (15-minütiger Fußweg von der Piazza Vittoria), aber deutlich mehr einheimischen Charakter. Pasta mit lokalen Venusmuscheln und gebratenen Zucchiniblüten ca. 12–14 €.

La Rondinella — an der Via Orlandi, der Haupteinkaufsstraße in Anacapri. Alteingesessene Familientrattoria mit großzügigen Portionen und einer Speisekarte, die sich saisonübergreifend kaum ändert, weil sie auf dem basiert, was die Fischerboote liefern. Vollständige Mahlzeit mit Hauswein ca. 28–32 €.

Bar Grottino — in der Nähe der Sesseliftstation, eine kleine Bar, die von Einheimischen frequentiert wird, die auf dem Touristenrundgang arbeiten. Das Cornetto um 8 Uhr morgens kostet 1,50 € und ist besser als alles, was in den Hotelfrühstücksräumen auf der Insel serviert wird.

Häufig gestellte Fragen zu Anacapri und der Sessellift auf den Monte Solaro — der beste Teil Capris, den die meisten Touristen verpassen

Wie kommt man von Capri-Stadt nach Anacapri?

Mit dem Bus vom Busbahnhof an der Piazzetta. Die Fahrt dauert etwa 15–20 Minuten auf einer schmalen Straße mit Ausweichstellen, bei der entgegenkommender Verkehr zu einem interessanten Erlebnis wird. Tickets kosten rund 2,20 € pro Fahrt. Es gibt keine Abkürzung — die Straße ist die einzige Landverbindung zwischen den beiden Ortschaften. Taxis gibt es, kosten aber 15–20 €.

Was kostet der Monte-Solaro-Sessellift?

14 € hin und zurück, 9 € einfache Fahrt (2026). Der Sessellift (seggiovia) ist ein einsitziger offener Gondellift, der seit 1945 in Betrieb ist. Er fährt von der Piazza Vittoria in Anacapri bis zum Gipfel auf 589 Metern und braucht etwa 13 Minuten je Richtung. Die letzte Auffahrt ist meist etwa 1 Stunde vor Betriebsschluss (vor Ort nachfragen — die Zeiten variieren je nach Saison).

Dürfen Kinder den Monte-Solaro-Sessellift nutzen?

Kinder müssen alt genug sein, um selbständig sitzen und allein die Sicherheitsstange festhalten zu können (üblicherweise ab etwa 1 Meter Körpergröße). Kleinere Kinder dürfen unter bestimmten Bedingungen auf dem Schoß eines Erwachsenen sitzen — bitte an der Kasse nachfragen. Kinderwagen und große Taschen dürfen nicht mitgenommen werden; am Ausgangspunkt gibt es Aufbewahrungsmöglichkeiten.

Was gibt es in Anacapri außer dem Sessellift zu tun?

Die Villa San Michele (das Anwesen des schwedischen Arztes Axel Munthe mit Garterrassen und atemberaubendem Ausblick) ist eine der besten Kulturattraktionen Capris und kostet rund 9 €. Die Kirche San Michele hat einen beeindruckenden Majolika-Fußboden, der den Garten Eden darstellt. Restaurants in Anacapri sind typischerweise 20–30 % günstiger als in Capri-Stadt. Von hier beginnt auch der Weg zur Blauen Grotte.

Wie viel Zeit sollte ich in Anacapri einplanen?

Mindestens 2 Stunden für den Sessellift und das Mittagessen. Ein halber Tag (3–4 Stunden) ist besser und ermöglicht den Besuch der Villa San Michele, einen Bummel durch das Dorf und die Seilbahnfahrt ohne Hetze. Die meisten Tagestouristen verbringen den ganzen Vormittag in Capri-Stadt und lassen Anacapri nur 90 Minuten — das ist zu wenig.

Ist Anacapri günstiger als Capri-Stadt?

Ja. Die Restaurantpreise in Anacapri sind spürbar niedriger — ein Nudelgericht kostet 12–18 € gegenüber 18–28 € in Capri-Stadt oder an der Piazzetta. Souvenir- und Limoncello-Läden sind ebenfalls etwas weniger aggressiv bepreist. Das ist ein praktischer Grund, lieber in Anacapri zu Mittag zu essen als auf dem üblichen Touristenpfad.

Wie ist die Aussicht vom Monte Solaro?

An einem klaren Tag sieht man den gesamten Golf von Neapel vom Vesuv im Norden bis zur Punta Campanella im Osten und die Amalfiküste im Südosten. Die Faraglioni-Felsen liegen direkt unter einem. Positano ist sichtbar, Procida und Ischia im Nordwesten. Dies ist der höchste Punkt Capris und wohl das schönste Panorama der gesamten Region zu diesem Preis.

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